Autor: Steven

Probleme mit Sonderzeichen in TwinCAT

Bei einem aktuellen Projekt, in dem mehrere Programmierer involviert sind, ist vermehrt ein Problem mit Sonderzeichen in der Ordner-Struktur innerhalb diverser TwinCAT-Projekte aufgefallen.

Wenn Projekte archiviert und weitergegeben wurden (hauptsächlich durch TwinCAT-Archivierung oder die Windows-integrierte Variante „zip-komprimierter Ordner“), kam es vereinzelt dazu, dass Umlaute zu kryptischen Zeichen umgewandelt wurden.

TwinCAT konnte die betroffenen Einzeldateien nicht mehr finden und die Projekte auch nicht mehr vollständig öffnen. Beim Vergleich mit dem online-Projekt im TwinCAT-Compare führte es ebenfalls dazu, dass Unterschiede angezeigt und die betroffenen Dateien auf der Station einfach nicht gefunden wurden.

Beckhoff TwinCAT Compare fehlender Verweis zu Pfaden mit Umlauten. hier: Datenträger

Abhilfe / Ursache

Unter Windows 11 und auch in vielen Windows 10 Versionen gibt es die Einstellung „Beta: Unicode UTF-8 für die Unterstützung weltweiter Sprachen verwenden“. Diese Einstellung muss deaktiviert sein, damit TwinCAT mit Sonderzeichen umgehen kann, bzw. auch Windows-zip-Format wieder zuverlässig funktioniert.

Zu finden ist diese Einstellung unter:

Einstellungen -> Zeit und Sprache -> Sprache und Region -> Administrative Sprachoptionen -> Gebietsschema ändern

Windows-Einstellungen für „Beta: Unicode UTF-8 für die Unterstützung weltweiter Sprachen“

Hierzu benötigt ihr Admin-Rechte und einen anschließenden Neustart.

Windows 11

Mutig wie ich bin habe ich die Insider-Build von Windows 11 schnellstmöglich installiert, da ich paradoxerweise auf mehr Stabilität hoffe, auch wenn die Insider-Builds eher mögliche Instabilität propagieren.

Windows 10 allerdings ist leider ein System, mit welchem ich nicht zufrieden bin! Die Stabilität von Windows 7 ist längst vergangen und die Benutzerfreundlichkeit lässt in vielen Punkten zu Wünschen übrig.

Die aktuelle Windows 11 Build 10.0.22000.51 hat mich keineswegs enttäuscht. Die meisten bekannten Fehler dieser Version sind Schönheitsfehler wie etwas eine Taskleiste, die nicht über mehrere Monitore hinweg angezeigt wird oder eine defekte Texteingabe bei der Windows-Suche, was ich allerdings bereits von Windows 10 kenne.

Update: Build 22610.1 ist mittlerweile noch stabiler geworden, insbesondere bemerkbar ist die gesteigerte Performance der explorer.exe

Neuigkeiten

Das Update zu Windows 11 fühlte sich wie ein gewöhnliches Funktionsupdate an und ging entsprechend schnell. Alle Daten und Programme blieben erhalten, Einschränkungen konnte ich bisher auch keine feststellen.

Die Taskleiste ist nun mittig, Sämtliche Icons wurden leicht angepasst und die Ecken der Fenster sind wieder abgerundet. Wirklich schön und gut gelungen sind auf dem ersten Blick die Einstellungen, die sich irgendwie intuitiver anfühlen.

Sehr angenehm finde ich das neue Startmenü, sowie die neuen Möglichkeiten für die Fenster-Anordnung.

Netzwerk-abhängige IP-Einstellungen

Sehr nützlich für Inbetriebnehmer sind die netzwerk-abhängigen IP-Einstellungen (bei Windows 10 nie gefunden).

Wenn das Maschinennetzwerk vom Büronetzwerk getrennt ist, besitzen beide Netzwerke oft unterschiedliche IP-Einstellungen, zwischen denen nun nicht mehr manuell zwischen IP-Adressen oder DHCP gewechselt werden muss.

Spezielle Projekte wie große Baumaschinen mit verteilten Steuerungen oder auch in größeren Hallen mit verteilten Schaltschränken ist es oft hilfreich die einzelnen Steuerungen mit einem WLAN-Router mit eindeutiger SSID zu versehen. Falls dann unterschiedliche IP-Einstellungen benötigt werden, kümmert sich Windows 11 nun im Hintergrund eigenständig drum.

Ordnerstruktur

Meine Basis ist und bleibt zunächst Windows aufgrund diverser Industrie-Software und auch ein Stück Gewohnheit. So ist meine persönliche Daten-Basis die Microsoft OneDrive inkl. des gesamten Office-Portfolios Word und Co.

Grundlegende Einordnung

Dokumente

Unter Dokumente geschieht das Meiste und es unterteilt sich hier zunächst in wenige, grundlegende Kategorien wie etwa:

  • Privat ( Erlebnisse, Urlaubsplanung, Eigenheim, Interessen, … )
  • Freelance ( freiberufliche Projektdaten, Berichte, Schulungsunterlagen, etc. )
  • Gewerbe ( wie bei Freelance , sofern eine Kapitelgesellschaft besteht, zusätzlich Finanz-Angelegenheit! )
  • Finanzen ( Steuerunterlagen, Finanzübersichten, Belege, Verträge, etc. )

Zusätzlich existieren bei mir als Ingenieur zusätzlich Ordner wie:

  • Hersteller (Dokumentationen, Datenblätter, Gerätebeschreibungen, … )
  • Software (Sämtliche Software-Setups, Installationshinweise, Lizenz-Übersichten)
  • Automatisierung (ursprünglich ein Siemens-TIA-Ordner, mittlerweile liegen hier alle temporären SPS-Projektdaten inkl. Beckhoff-Projekte und Sessions)
  • Sicherungen ( von SD-Karten, USB-Sticks und Festplatten, sowie alten Laptops und Handys etc. )

Bilder und Videos

Bilder und Videos sind generell in den eigenen Ordnern hierfür gespeichert. Sobald sie relevant für eine Berichterstattung werden, lege ich so auch gerne unter Dokumente in die entsprechenden Unterordner ab.

Desktop

Die aktive Arbeitsfläche, der Desktop, sollte sauber gehalten werden! Wenige, aktive Ordner und Dateien, an denen aktuell gearbeitet wird! Keine Datei sollte sich hier länger als wenige Wochen befinden. Abarbeitung hat hier Priorität und sollte mit dem physischen Schreibtisch verglichen und entsprechend ernstgenommen werden. Alle Projekte, die abgeschlossen wurden, sollten hier schnellstmöglich verschwinden und beispielsweise in den Dokumente-Ordner passend eingeordnet werden.

Finanzen

Die Finanz-Ordner versuche ich weitestgehend mit den physischen „Papp-Ordnern“ gleichzuhalten. Für die jährlichen Steuererklärungen relevanten Dokumente wie Belege und aktuelle Verträge, Kapitalanlagen, Reisekosten, Stundennachweise finden sich in einem entsprechenden Jahresordner wieder. Alle weiteren Dokumente sind themenbasiert untergeordnet.

In dem Finanzordner empfehle ich zunächst die Kommunikation mit dem Finanzamt separat abzuspeichern und die Bescheide in die entsprechenden Jahres-Ordner unterzuordnen.

Auch Vertragsunterlagen mit relevanten Daten sollten global und nicht im entsprechenden Jahresordner abgespeichert werden, wobei das Übertragen der aktuellen Verträge von einem in den nächsten Jahresordner bei Jahreswechsel hilft dabei, eine Übersicht über sämtliche laufenden Verträge zu behalten!

Digitale Ordnung

Im Laufe der letzten Monate habe ich mich intensiver mit digitaler Ordnung, insb. eines durchgängigen Dateisystems befasst. Die für mich wichtigsten Punkte habe ich hier zusammengefasst und weiter unten mit weiteren Beispielen näher beschrieben.

Kurzgefasst

  1. Dateinamen so einheitlich wie möglich wählen
    • „2021-04-10_Absender_Betreff“
    • Je nach Ordnerstruktur kann der Absender oder auch das Datum im Dateinamen weggelassen werden
  2. Gruppierungen durch Unterordner mit kurzen Namen
    • „Absender“
    • Verzichte auf redundante oder irrelevante Bezeichnungen
  3. cloud-kompatible Ordnerstruktur
    • Zu lange Pfade führen immer noch auf manchen Systemen zu Problemen
  4. Weniger Geräte
    • Viele Geräte führen zu viel Verwaltungsaufwand
    • Cloud
  5. Account-Verwaltung und Passwortpflege
    • Zwei-Faktor-Authentifizierung!
    • Algorithmus zum Erstellen/Errechnen von Passwörtern
    • Benutzung von einem Passwort-Manager
  6. Email-Ordnung und Disziplin
    • Jede Email maximal 1 Mal lesen! Sofort bearbeiten oder delegieren.
    • Newsletter abbestellen (Auf Scam-Links acht geben)
    • Einmal vernünftig auf allen Geräten einrichten (Smartphone optional).
  7. Datensicherung
    • Kleines NAS für mehr Ausfallsicherheit, wer seine Daten gerne offline zuhause hat.

Vorwort

Im Laufe der letzten (mittlerweile) Jahrzehnte habe ich mehrere Bezeichnungs-Philosophien durch. Im Kindesalter gab es keinerlei Struktur, in Schule und Studium orientierte ich mich an den jeweiligen Mappen der Fächer, viel mehr gab es auch nicht zu ordnen.

Im Berufsleben, insbesondere als Selbstständiger, ist man schon auf sein geordnetes Chaos angewiesen, da es mehrere Bereiche im Leben gibt, die wiederauffindbare Dokumente beinhalten. Ob projektbezogene Unterlagen, Rechnungen, Protokolle, Finanzamt-Angelegenheiten, Versicherungen, Vertragsdaten, Ideen und Brainstorming für neue Projekte, etc… In allen Bereichen fallen Informationen an, die abgelegt und gespeichert werden müssen, teilweise sogar rechtlich vorgeschrieben.

Dateinamen

Eine einheitliche Namenkonvention, die ich zumindest meistens einhalte, hilft mir sehr dabei, neue Dokumente schnell zu benennen und entsprechend abzulegen, ohne, dass sie in Vergessenheit geraten oder gar verloren gehen.

Mit der Frage, wonach man ein Dokument suchen würde, konnte ich für mich eine geeignete Benennung meiner Dokumente finden. Angefangen wird mit einem Zeitstempel Jahr-Monat-Tag, um die Sortierung chronologisch zu gestalten. Denn den Dateiattributen kann man spätestens nach gewissen Kopiervorgängen nicht mehr vertrauen, leider! Der Zeitstempel kann optional auch weggelassen werden, wenn die Zeit der Erstellung des Dokuments unwichtig ist.

Bei Briefen oder Emails folgt nach dem Zeitstempel direkt der Absender, als Kürzel (zB: FA für Finanzamt) oder ausgeschrieben bei kurzen Absendernamen.

Optional folgt nach Absender ein Kürzel für die Art der Datei (zB: RE für Rechnung).

Abschließend wird noch ein Betreff angefügt, der nicht zu lange und mit aussagekräftigen Schlagwörtern versehen ist. Wie zB: Rechnungsnummer, Projektname, Anschreiben, o.ä.

Man muss natürlich nicht immer exakt alles einhalten. Bei manchen Dokumenten lasse ich auch gerne mal die ein oder andere Information weg, da sie durch die Ordnerstruktur ersichtlich ist o.ä..

Hier ein paar Beispiele:

  • 2021-04-10_FA_Anschreiben-Steuernummer.pdf
  • 2021-04-10_Kunde_RE_1023-Projekt.pdf
  • FA_Steuerbescheid_2019.pdf
  • 2021-03-01_Versicherung_Vertag-BU.pdf

Ordnerstruktur

Gruppierungen durch Unterordner mit kurzen Namen. Bsp.: „Absender“.

Cloud

Dieses Thema ist natürlich nur für diejenigen interessant, die auch darauf angewiesen sind, von überall auf seine Daten zugreifen zu können. Hier stellt sich dann eben die Frage, welche Cloud-Lösung zu einem am besten passt. Das Thema Sicherheit wird dabei oft angezweifelt. Hierzu möchte ich gerne auf einen Vergleich aufmerksam machen. Denkst du, deine Daten sind in einer eigenen Cloud auf einem NAS zuhause im privaten WLAN sicherer als in einer Cloud von Microsoft oder Apple? Ich für meinen Teil habe spätestens nach dem Vergleich angefangen, den Cloud-Systemen mehr Vertrauen zu schenken.

Zu lange Pfade führen immer noch auf manchen Systemen zu Problemen. Daher durchgängig darauf achten, dass Ordner- und Dateinamen nicht viel zu lang werden. Zudem verbessert es auch die Übersichtlichkeit.

Die Clouds von den größten Anbietern wie OneDrive, iCloud, Google Drive etc. sind sehr komfortabel und kompatibel mit den verschiedenen Betriebssystemen geworden. Hier muss jeder für sich seinen Favoriten heraussuchen.

Kompatibilität

Ich arbeite auf Windows und auf macOS, sowie auf iPadOS und iOS. Eine künftige Rückkehr auf Android möchte ich ebenfalls nicht ausschließen. In diesem Fall ist die iCloud für mich derzeit uninteressant.

Für die Office-Reihe von Microsoft zahle ich ohnehin eine jährliche Gebühr, worin automatisch 1TB OneDirve online-Speicher inbegriffen ist. Diese ist zudem auf Windows-Systemen gut integriert Und auch auf Apple-Systemen funktioniert diese Cloud-Software sehr gut. Somit habe ich mich für die OneDrive entschieden, die ich nun auf allen Systemen eingerichtet habe.

Auf macOS habe ich den OneDrive-Ordner in einen extra Unterordner synchronisieren lassen, damit hier zumindest noch eine klare Trennung etwas vor Daten-Chaos schützt.

Auf iPadOS und iOS funktioniert die Integrität zwischen den Microsoft-Apps OneDrive, Word/Excel und Outlook unglaublich gut, nach persönlichem Empfinden sogar besser auf deren eigenem Ökosystem. Das liegt eventuell an der aktuellen Führung des Unternehmens, die schon seit Jahren in Cloud investiert und mittlerweile erste Produkte auf Android-Basis vertreibt.

Weniger ist mehr

Viele Geräte führen zu viel Verwaltungsaufwand mit Einrichtungen, Updates, etc..

Überlegt euch zwischendurch, ob ihr wirklich alle Geräte benötigt, die ihr besitzt?! Viele besitzen zB noch einen PC, 2 Laptops, 1 Tablet und 2 Handys, um privat und geschäftliches zu trennen. Manchmal ist die Trennung nicht anders möglich, aber in Zeiten von Account-Verwaltung und Dual-SIM wird die software-seitige Trennung zumindest bereitgestellt.

Ich persönlich besitze keinen Stand-PC mehr zuhause und ich führe auch kein zweites Handy mehr mit mir herum.

Account-Verwaltung und Passwortpflege

Wir kommen heutzutage leider nicht mehr drum herum, unzählige Accounts zu besitzen, die irgendwann einmal angelegt wurden. Als moderner Mensch kommen wir auch nicht um die Digitalisierung herum. Daher sollten wir die digitale Welt eher für uns nutzen und unsere Account so geht es geht vor Fremdzugriff schützen.

Für die gängigen Accounts wie cloud-Dienste, Mail-Accounts, Kalender empfehle ich dringend die Zwei-Faktor-Authentifizierung! Hier wird zusätzlich zum standardmäßigen Login noch eine Email versendet oder eine Bestätigung durch ein verifiziertes Gerät wie zB das Handy eingefordert.

Passwörter werden immer seltener eingeben. Dennoch empfehle ich auch hier darauf zu achten, dass verschiedene Passwörter benutzt werden. Wer sich gerne alle Passwörter trotzdem merken möchte, kann hierfür einen eigenen „Algorithmus“ zum Erstellen von Passwörtern entwickeln, die je Account und Anbieter unterschiedlich sind. Achtet darauf, dass die Passwörter 8-10 Zeichen lang sind, kleine und große Buchstaben enthält, sowie mindestens ein Zeichen und eine Ziffer.

Mittlerweile funktionieren Passwort-Manager wie Apples Schlüsselbund oder Samsungs Pass außerordentlich gut und helfen dabei, sich eben nicht alle Passwörter merken zu müssen. Die Manager haben auch eine Funktion zum automatischen Erstellen sicherer Passwörter, die ebenfalls unglaublich nützlich sein kann.

Email-Ordnung und Disziplin

  • Jede Email maximal 1 Mal lesen! Sofort bearbeiten oder delegieren.
  • Newsletter abbestellen (Auf Scam-Links acht geben)
  • Einmal vernünftig auf allen Geräten einrichten (Smartphone nicht zwingend).

Datensicherung

Kleines NAS sorgt für mehr Ausfallsicherheit, wer seine Daten gerne offline zuhause hat. Hier kann auch eine Cloud in regelmäßigen Abständen gesichert und lokal gespeichert werden, wer Angst vor einem Totalversagen seitens seines Cloud-Anbieters hat.